Sailing Sirena

Atlantiküberquerung

# 6 – 2019/November – Dezember  ARC+     Kanaren – Kapverden – Karibik

Es wird kühler auf den Kanaren – die Karibik lockt! Für die Atlantiküberquerung nehmen wir an der ARC+Ralley teil. Nach dem spannenden Vorprogramm mit Sicherheitseinweisung in Las Palmas machen sich 90 Yachten auf den Weg zu den Kapverdischen Inseln, von da aus geht’s dann immer nach Westen – nach Saint Lucia.

ARC+ 

Die ARC (Atlantic Ralley for Cruisers) ist eine Veranstaltung für Schiffe/Crews, die ihre Atlantiküberquerung gemeinsame vorbereiten und durchführen möchten, dies unter sehr hohen Sicherheits-Standards, welche der World Cruising-Club (GB) vorgibt. Die ARC wurde 1986 von Jimmy Cornell, dem x-fachen Weltumsegler gegründet.

Die ARC+ wurde 2008 ins Leben gerufen und führt nicht mit 2700nm direkt über den Atlantik, sondern macht auf den Kapverdischen Inseln Halt. Dadurch teilt sich die Fahrt in zwei «Legs» auf: Leg1 über 850nm, Leg2 über 2150nm. Vor dem Start in Las Palmas, während des Aufenthaltes in Mindelo sowie nach der Ankunft in Saint Lucia (Rodney Bay) finden Seminare, Veranstaltungen und Partys statt. Sie dienen der Sicherheit, der Anreicherung des nautischen Könnens sowie der Pflege der Gemeinschaft. 

Ralley

Es gibt zwei Zieldestinationen: Saint Lucia (69 Yachten) und die südlicher gelegene Insel Saint Vincent (21 Yachten).

Bei den Yachten gibt es zwei Abteilungen: Einrumpf- und Mehrrumpfboote, also Monohulls (75) und Multihulls (15). 

20 % der Schiffe haben Kinder (total 22 Kinder) an Bord. Wir fahren mit der «Cruising-Division». Für sehr ambitionierte Segler gibt es eine «Racing-Division». Es waren auch schon Crews/Boote dabei, welche am «Volvo-Ocean-Race» teilgenommen hatten. 

ARC übernimmt an allen Destinationen die Reservation der Hafenplätze und leistet Unterstützung beim Ein- und Ausklarieren, generell beim Umgang mit den Behörden.

Pro Schiff und Crew wird eine Gebühr erhoben. Täglich erhält man einen Wetterbericht und eine Positionsliste. Im Notfall kann man das ARC-Komitee oder andere ARC-Schiffe kontaktieren.

Ist es nun ein Rennen oder nicht? – Für uns sollte die Teilnahme in erster Linie eine «sichere» Atlantiküberquerung ermöglichen. Dies mit erweiterter Crew, damit Einsätze und Wachen auf mehrere Personen verteilt werden können. Auch ist es schön, dieses Erlebnis mit anderen Seglern zu teilen.

Vorbereitungswoche Las Palmas

Wir nehmen an Sicherheits- und Wetterseminaren teil und belegen einen Kurs zum Thema «kleine Crew». Unser Schiff wird positiv auf rund 20-30 Sicherheitspositionen gecheckt und damit zur Teilnahme frei gegeben. Zudem können wir den Spezialisten und Lieferanten des Wingaker für einen kurzen Instruktionstörn gewinnen. Eine andere Kundin ist mit dabei und macht Aufnahmen für ein Instruktionsvideo. Täglich findet von der ARC ein Sundowner oder eine andere Party statt, zum Schluss gar ein Feuerwerk! Am Tag vor dem Start werden Skipper und Co-Skipper zum Briefing eingeladen.

Crew

Es gibt ambitionierte Schiffe, die treten mit vollständigen Crews an, teils bis zu 12 Personen. Andere Schiffe haben Zweier-Crews und segeln auch so über den Atlantik. Wir haben Matt, einen amerikanischen Flugzeugingenieur und -Unternehmer über die Plattform «Crewlink» und Peter, ein Segler aus Deutschland, über die Plattform «Hand-gegen-Koje» gefunden. 

Einkauf

Üblicherweise kauft man aufgrund der Besprechung mit der Crew für den aktuellen Törn ein. In unserem Falle aber wollten wir frühzeitig in Las Palmas einkaufen, bevor sich kurz vor dem Start alle Crews im nächstliegenden Supermarkt verproviantieren. Also kaufen wir nach Mail-Rücksprache mit der Crew anhand von im Internet empfohlenen Mengenangaben (pro Person/Tag) für die ganze ARC-Zeit ein. Das umfasst auch die Zeit in Mindelo, weil uns die dortige Versorgungslage nicht bekannt ist. Eingekauft werden auch div. Fertigmahlzeiten für Schwerwettertage oder Notvorrat für in die Rettungsinsel. Vor dem Start wird gemeinsam mit der Crew noch die letzten persönlichen Goodies eingekauft. 

Im Vorfeld gilt es, auf dem Schiff alle verfügbaren und gut zugänglichen Stauräume für diesen Rieseneinkauf frei zu machen. Der Not gehorchend wird auch einiges in den Bilgen/unter den Bodenbrettern verstaut; Wein und Champagner werden pro Kabine zum Verstauen in den Kästen gegeben. Früchte und Gemüse lagern Langfahrtensegler in Netzen, so schnappen auch wir uns die Banane oder den Apfel gleich im Cockpit.

Auf den Überfahrten zaubert Marlies täglich ein bis zwei hervorragende Mahlzeiten aus unseren Vorräten. Die Crew weiss das sehr zu schätzen. Zum Schluss können wir sagen, dass zwei Drittel der Artikel gut bemessen und 1/3 reichlich bis über-bemessen waren. Dieses kaufen wir der Crew am Schluss zuhanden der Bordkasse ab. So kommt das Essen im Schnitt auf 110 Euro pro Person/Woche zu stehen.

Wasser 

Dank unserem Watermaker (Entsalzungsanlage) können wir täglich unser eigenes Wasser machen, sei es zum Trinken oder zum Duschen. Der Schiffstank fasst 750 Liter, der zusätzliche Trinkwassertank 50 Liter. Daneben lagern in der Bilge für den Notfall noch rund 120 Liter in Pet-Flaschen.

Schiffsvorbereitung

Alle Systeme des Katamarans prüfen wir auf ihre Funktions-Zuverlässigkeit. Es erfolgen in Teneriffa ein professioneller Motorenservice sowie ein Rigg-Check. Wir wechseln noch einige Seile (Schoten und Fallen) und Beschläge aus und prüfen deren einwandfreies Funktionieren. Der Transducer muss von Bewuchs frei gemacht werden. Er misst mit einem Rädchen unter dem Schiff dessen Geschwindigkeit durchs Wasser und ermöglicht damit der Navigationselektronik, den scheinbaren Wind zu berechnen. Diese Werte fehlen uns seit den Balearen.

Diesel

Hinsichtlich der Überfahrten auf dem Atlantik haben wir bereits in Gibraltar unsere 20 x 20Liter Kanister (aus Athen) mit zollfreiem Diesel gefüllt. Der Schiffs-Tank fasst 470 Liter. Somit stehen uns 870 Liter zur Verfügung. Bei 6 Knoten Fahrt und 3.5 Liter Dieselverbrauch pro Stunde kommen wir unter Motor rund 1’500 nm weit. Daneben betreiben wir den Generator an Segeltagen rund 2 Stunden pro Tag, was neben dem Strom der Solarzellen den Tagesbedarf deckt.

Wir haben auf der Überfahrt von Mindelo in die Karibik ca. 550 Liter Diesel für den Generator und das Motorsegeln nachts verbraucht. Nach ca. 1’400 nm füllen wir bei Flaute 14 Kanister in den Tank, der schliesslich bei Ankunft in Saint Lucia noch rund zur Hälfte voll ist. Die übrigen 120 Liter (in 6 Kanistern) behalten wir in der Karibik als Vorrat.

Leg 1 von Las Palmas zu den Kapverden (925nm/6d 11h=155h/Etmal 143nm)

Am Sonntag, 10. Nov. um 12.45 herrscht beim Start starker Nord-Ostwind. Wir müssen gerefft einen räumlichen Kurs fahren. Unser Schiff mag diese Segelstellung nicht, weil das Gross die Genua abdeckt. Dies alles wegen der «Acceleration-zone im Süden von Gran Canaria, wo die Rennleitung eine fiktive Wendeboje gesetzt hat. Wir haben hohe Wellen von Backbord, welche das Schiff unangenehm in Bewegung setzen. Ein Crewmitglied ist die ersten zwei Tage stark seekrank. Wir übernehmen dessen Wachen. Später navigieren wir weg von der Afrikanischen Küste und die hohe Wellen kommen jetzt vom Heck, was eher zu einer Atlantiküberquerung unter Passatwind passt. Zum Schluss stimmt alles und wir sausen noch einen Tag mit dem Wingaker auf dem “highway” nach Cabo Verde.

Der Tagesablauf wird vom Wachplan bestimmt. Dieser verfügt je nach Tages- und Nachtzeit über verschieden lange Wachen/Freizeiten. Diese Tagesstruktur bewährt sich und möchte von der Crew über den Atlantik so weitergeführt werden. Ankunft in Mindelo ist bei Dunkelheit mit einem Vermerk: Kurz vor Mitternacht fährt die Yacht Neverland unter Segel bei schwachem Wind gemütlich und stets verlangsamend über die Ziellinie. Wir hatten uns jedoch vorgenommen, Neverland nicht unter Motor zu überholen. Dadurch erreichen wir das Ziel leider erst am Samstag um NEUN Minuten nach Mitternacht.

Mindelo auf Santo Vincente, Cabo Verde

Im Hafen von Mindelo werden wir von den ARC-Leuten professionell zum Liegeplatz eingewiesen und mit Rumpunsch begrüsst – wie schön! Wir feiern unsere Ankunft noch fast bis zum Morgengrauen. Somit stehen uns vier Tage zur Erholug und für’s Sightseeing auf Santo Vincente und Santo Antao zur Verfügung. Mindelo erkunden wir zu Fuss. Eine organisierte Tour führt auf einer halsbrecherischen Pflastersteinstrasse zum höchsten Punkt. Hier ist der Ausblick auf viele weitere Inseln des Archipels phantastisch! Weiter gehts zu Sanddünen, die aus verfrachtetem Sahara-Sand bestehen. Nun führt die Tour rund um Santo Vincente. Es herrschen hier ärmliche Verhältnisse und die Landwirtschaft wird durch die Trockenheit der letzten Jahre arg beeinflusst. Anderntags geht’s per Fähre auf die Nachbarinsel Santo Antao, die wesentlich besser erschlossen ist, Trotzdem gewinnen wir sehr urtümliche Eindrücke zu Vegetation, Zuckerrohrverarbeitung und Strassenführung. Beeindruckend sind insbesondere die üppige Vegetation Paul-und Jams-Gewinnung in den Flussbetten des Paul-Tales. Hier findet man den Brotbaum und die Bäume vieler tropischen Früchte und Nüsse: Mango, Bananen, Papaya, Datteln, Kokosnuss, Cashew …

Eins ist klar: Es hat sich sehr gelohnt, die ARC+ zu wählen, welche die Kapverden mit einschliesst.

Leg 2 von Mindelo nach Saint Lucia (2’180nm/15d 21h=381h/Etmal 137nm)

Am Donnerstag, 21. Nov. 2019 um 12.30 weht der Wind zwischen den Inseln mit 22 Knoten. Das ganze Startfeld segelt zuerst nach Westen in die Wasserstrasse Richtung Sao Antao, dann südwestwärts Richtung Karibik. Den Windschatten der Nachbarinsel durchqueren wir ca. 20 nm südlich, wodurch sich dieser nur kurze Zeit bemerkbar macht. Bald schon stellt sich ein zuverlässiger Passatwind ein und der Wingaker kommt hoch – zuerst hissen wir ihn zaghaft, dann immer routinierter und gekonnter. Dieses Vorwindsegel ist anspruchsvoll zum Setzen, jedoch zieht es unsere SIRENA schnell nach Westen. Damit stellt sich eine brennende Frage: unter Wingaker durch die Nacht? Nein, wir wollen es aus zwei Gründen nicht wagen: Aufwand und Gefahren für eine schnelle Bergung nachts sind zu gross. Und wir wollen es nicht riskieren, dieses «wertvolle Segel» schlimmstenfalls schon zu Beginn zu beschädigen/verlieren. Ein Zwischenfall bei Tageslicht ist jedoch zu vermelden: Beim Bergen des Wingaker am 5. Tag löst sich der Steuerbord-Niederholer unverhofft und gerät in der Folge in den Backbord-Propeller. Die Verwicklung lässt sich erst 4 Tage später während einer Flauteperiode mit niederem Seegang lösen. Aufgrund einer GoPro-Unterwasseraufnahme können wir uns zuvor ein Bild von der Verwicklung machen. Matt stochert aus sicherer Distanz gezielt mit dem Fischhaken und kann so die Schot vom Propeller befreien – Thanks Matt!

Die täglichen Positionsrapporte zeigen die noch zu fahrende Distanz sowie die VMG (velocity made good) auf. Es wird schnell klar: Jede Abweichung nach Nord oder Süd verkleinert die Westkomponente, die schliesslich ausschlaggebend für’s Erreichen von Saint Lucia ist. Es müssen schon sehr gute Windverhältnisse für so eine Abweichung sprechen. Wir bleiben demzufolge nahe am direkten Kurs, was Dank des Wingakers keine Halsen verlangt.

Hingegen hat unser Autopilot mit folgendem zu kämpfen: Es gibt vier Komponenten die er auffangen muss, was teils schlicht nicht möglich ist und deshalb Handsteuerung verlangt: Auf den ca. 2m Hauptschwell aus Nordost legt sich noch eine störende Welle (ca.1.5m) aus Ost, später Südost. Die Winddreher um bis zu 40° zusammen mit der Trägheit des Autopiloten um ca. 30° können das Schiff unverhofft drehen und den Wingaker zum Einklappen bringen. Dann schlägt und flattert er auf der einen Seite des Buges und muss durch geschicktes Lenken wieder zur Öffnung gebracht werden. Aber auch darin erlangen wir mit der Zeit Routine. Fun macht das bis zu 11Knoten schnelle Surfen auf der 3.5 bis 4m hohen Welle.

Ca. 400 nm vor dem Ziel werden uns per Satellitenverbindung zwei verlassene und driftende Segelschiffe der Minitransat mit Positionsangabe gemeldet. Es sind kleine Rennyachten, die aufgrund ihrer Beschädigung verlassen werden mussten. Glücklicherweise gibt es keine weiteren unvorhergesehenen Gefahren. Die Einfahrt in die Rodney Bay (Westseite der Insel) verlegen wir bewusst auf den späten Vormittag, damit wir Saint Lucia in der Morgendämmerung des 7. Dez. von Osten anschauen können. Dies ist die wilde, fast unbewohnte Seite des kleinen Inselstaates.

Faktoren, die das Vorankommen (Etmal) beeinflussen

Die Rümpfe des Schiffes sollten keinen Belag (Kalk/Schlamm/Bewuchs ) haben, ansonsten kann eine Verlangsamung von ½ bis 1 Knoten erfolgen. Sirenas Rümpfe sind letztmals in Malaga gereinigt worden. Offenbar hat sich in der Zwischenzeit doch wieder Bewuchs gebildet.

Wir fahren Fest-Propeller, welche gegenüber Faltpropellern bis zu 1 Knoten Fahrt kosten können.

Der Wingaker ist unsere Segel-Waffe für den Vorwindkurs. Raumschots, also ca. 120° zum Schiff fehlt uns jedoch ein reffbares Leichtwindsegel mit Bugspriet. Die Genua ist hier zu träge und wird vom Gross abgeschattet. Auch da liesse sich Leistung gewinnen. Insgesamt büssen wir durch diese Faktoren rund 2 Knoten Fahrt ein, was auf 2’000nm 28 Stunden entspricht, also mehr als ein Tag.

Tagesablauf

Bei über zwei Wochen auf See mit einer vierköpfigen Crew ist es wichtig, eine gewisse Tagesstruktur zu haben. Sie umfasst eine geregelte und möglichst wenig unterbrochene Nachtzeit und tagsüber Individualzeit sowie Zeit in der Gemeinschaft. Nach Sonnenaufgang setzen wir die Segel für den Tageskurs. Morgens und abends machen wir unser weather-routing per Satellitenmodem. ARC liefert vormittags den Wetterbericht und nachmittags den Positionsrapport. Diesen verfolgen wir mit Spannung und können sehen, wie wir uns im Feld bewegen, ob es ARC-Schiffe in der Nähe hat. Die Mahlzeiten nehmen wir meist gemeinsam ein. Um ca. 16 Uhr findet jeweils unser Crew-Treffen statt. Hier werden Wetterlage, navigatorische Planung und Dinge rund um’s Schiff besprochen, sowie Sachen, welche die Crew betreffen. 

Zum richtigen Highlight wird die Präsentation des «Song oft the day». Meist findet das gegen Sonnenuntergang statt. Im Anschluss werden die Segel für die Nacht gesetzt. Manchmal läuft der Motor mit, um den Autopiloten zu entlasten und Bordstrom zu generieren.

Kommunikation

Schiffe bis ca. 20 nm Abstand erreichen wir per DSC-Funk. Das mögen querende Frachtschiffe oder sich in der Nähe befindliche Segeljachten sein.

Uns steht ausserdem das Satelliten-Modem «IridiumGo» zur Verfügung. Damit können wir «leichte Mails» sowie Kurznachrichten (SMS) schreiben und empfangen. Zudem können wir damit innerhalb der App «PredictWind» die sogenannten «Gribfiles» herunterladen und aufgrund dieser Wetterdaten eine Routenplanung vornehmen. Mittelfristig löst dieses System den eher aufwändigen Kurzwellenfunk ab, wo man mittels “Pactor” Wetterberichte empfangen kann.

Bericht vom Steuerstand

14°11‘N und 055°13‘W Martin auf Wache am Steuerstand:
Mail via Satellitenmodem (IridiumGo)
Noch 331 Meilen bis Saint Lucia, dem karibischen Ziel unserer Atlantik-Überquerung.
Bei uns läuft alles super, nachdem wir die Leine, die sich beim Bergen unseres gelbweissen Wingakers (Leichtwind-Vorsegel) im linken Propellers verfangen hatte, losmachen konnten. Dieser Tauchgang war Dank eines Flaute-Tages möglich; Wassertemperatur: 27 Grad
Somit wieder 2 verfügbare Motoren:-)
Nun ist die Welle wieder bei 2-4m und der Passatwind hat sich mit 20-22 Knoten eingestellt. Das sind die perfekten Bedingungen, um die Karibik mit unserem Wingaker auf Vorwindkurs zu erreichen.
Unser 4köpfiges Team ist super aufgestellt und wir arbeiten bestens zusammen.
Der tägliche Höhepunkt ist der Apero auf der oberen Lounge (Sonnendeck), wos heute Champagner gab, weil nachts zuvor die 3/4-Marke erreicht worden war.
Täglich präsentiert reihum jemand seinen „Song of the day“, oft humorvoll angekündigt. Während dieser „social-time“ gibt es immer viel zu scherzen und zu lachen – und bei den gemeinsamen Essen gibt’s stets Erzählungen und spannende Erlebnisse – alles in Englisch.
Englisch ist dank Matt aus Indianapolis/USA unsere Bordsprache – Peter aus Freiburg/Deutschland und wir beide haben somit 5 Wochen Sprachtraining inklusive (je 1 Woche Las Palmas, Cap Verden und Saint Lucia, dazwischen Leg11 mit ca. 780 nm und Leg2 mit ca. 2‘100 nm). Dies ist im Rahmen der ARC+ so organisiert und begleitet.
Nun sind wir also auf dem „home-run“ und erwarten noch 2-3 Tage Segeln vom Feinsten: Der Wingaker zieht und „lupft“ unseren Katamaran an Mast und Bugklampen gen Westen. Das gefällt SIRENA ausserordentlich und sie hüpft fröhlich über die Wellen.
Wir schätzen, im Laufe des Samstags in der Rodney Bay Landfall zu machen.
Viele herzliche Grüsse vom Atlantik, Martin und Crew

Hier noch ein paar spannende/informative Links …

… zur ARC (direkt in die Karibik https://www.worldcruising.com/arc/news.aspx

… zur ARC+ (inkl. CaboVerde) https://www.worldcruising.com/arc_plus/news.aspx

… zu einem uns bekannten Schiff, das auf der ARC (zwei Wochen später und direkt 2’700nm ohne Kapverden) unterwegs ist. Es ist die Moana von Mareike Guhr. Sie schrieb einen Blog für die Zeitschrift «Yacht». https://www.yacht.de/aktuell/panorama/eins-zwei-drei–und-los/a123190.html

… zum schnellsten ARC-Catamaran, gesegelt von über 60jährigen FranzosenJ

bleibende Eindrücke

  • nur wenige Squalls
  • bis zu 90% gute Winde
  • bis zu 60% angenehme Welle
  • schneller wäre etwas cooler gewesen!
  • tolle und kompetente Crew – gutes Teamwork
  • Nahrungsmittel, Wasser und Diesel sind gut bemessen
  • gemütliches/sicheres Vorankommen schont Mensch und Schiff

Aussichten

Treffen die Vorstellungen vom türkis-farbigen Wasser und dahingleitenden Katamaranen in der Karibik zu?

Wie ist das Segeln entlang und zwischen den Antillen – einem Inselarchipel wie eine Perlenkette in Nord-Südausrichtung? Ist es westlich der Inseln abgeschattet und dafür bläst ein umso stärkerer Wind zwischen den Inseln? Wie werden das die Teilnehmer unserer drei Törns erleben?

Schaffen wir es, bis Mitte Juni nordwärts zu den begehrten BVIs und wieder südwärts bis Grenada zu segeln? Dort geht Sirena während der Hurricanesaison auf’s Trockendock.

Aus dem Logbuch

ETMAL-Liste (mit Koordinaten mittags um 12 Uhr sowie Tages-Etmal in nm)

LEG 1    Las Palmas nach Mindelo (Kapverdische Inseln)

Sonntag 10.11.19       28°07N            15°25W           000      Start um 12.45 in Las Palmas

Montag 11.11.19        26°21N            16°13W           141      starke Welle von Backbord

Dienstag 12.11.19      25°06N            18°05W           132      virtuelle Boje umrundet

Mittwoch, 13.11.19    23°25N            20°52W           123

Donnerstag, 15.11.19 21°39N           21°09W           155      Wingaker erstmals gesetzt – WOW !!!

Freitag, 16.11.19       17°37N            23°31W           142      Wingaker

Samstag, 17.11.19     16°57N            24°57W           071      Einlaufen in Mindelo um 00.09 Uhr

LEG 2              Mindelo nach Rodney Bay (Saint Lucia)

Donnerstag, 21.11.19 16°57N            25°00W           000      Start um 12.30 in Mindelo

Freitag, 22.11.19        16°50N            27°10W           121      entl. «nowind-zone» Santo Antao

Samstag, 23.1.19       16°29N            29°11W           132      endlich nach Westen

Sonntag, 24.11.19      16°02N            31°49W           143

Montag, 25.11.19       15°36N            33°34W           105

Dienstag, 26.11.19                                                     122      Wingaker bergen: Schot in Propeller !!!

Mittwoch, 27.11.19    15°10N            37°34W           113      nur der Steuerbord-Motor steht zur Verfügung!

Donnerstag, 28.11.19                                                122      bei Flaute Wingaker-Schot geborgen

Freitag, 29.11.19                                                       120      Wingaker

Samstag, 30.11.19                                                     128      Genua und Gross

Sonntag, 1.12.19        14°35N            46°19W           143      erstmals guter Passatwind ca. 20 kn

Montag, 2.12.19                                                        152      280 L Diesel (14 Kan.) nachgefüllt

Dienstag, 3.12.19                                                       138      Welle von E und SE, Kurshalten ist schwierig!

Mittwoch, 4.12.19      14°03N            53°37W           163      starker Passatwind bis 23 kn

Donnerstag, 5.12.19   14°08N            56°36W           167      starker Passatwind bis 25 kn

Freitag, 6.12.19

Samstag, 7.12.19 14°05N 60°52W 119 Juhui, über Ziellinie!

Zusammenfassung

2019/Nov. 10. – Dez. 07. – total 28d – Log: Total/Segel/Motor 3’106nm

27.12.2019_Martin Lutz/Marlies Gäumann

1. ARC-Schiffe während Vorbereitungswoche in Las Palmas
2. unzählige Lebensmittel müssen verstaut werden
3. Rettungsvesten werden überprüft
4. Marc von RYA bei der Kontrolle unserer Sicherheitsausrüstung
5. Watermaker wird zum 2. mal repariert (quietscht)
6. Team-shirt
7. Start-Crew für Leg1 Las Palmas nach Mindelo
8. Weather-routing für Leg1 Las Palmas – Mindelo
9. Start der Kategorie Multihull in Las Palmas am 10. Nov. 2019
10. Startfeld auf dem Plotter
11. Wingaker
12. SIRENA im Schwell, irgendwo vor Erreichen der Kapverden
23. Wachplan mit unterschiedlichen Wachzeiten, je nach Tages-/Nachtzeit
14. Monte Verde auf Santo Vincente (Kapverden)
15. schwarzer Mann:-)
16. Wandgrafik von Cesaria Evora mit Karnevals-Tänzerinnen im Vordergrund
17. Baia das Gates mit Dünen aus “Sahara-Sand”
18. gemeinsames Nachtessen in Mindelo
19. Val de Paul auf Santa Antao (Kapverden)
20. Ribiera da Paul, ein sehr fruchtbares Tal im Nordosten von Santa Antao
21. Zuckerrohrherstellung: traditionelle Schauproduktion
22. Jams-Wurzeln werden im Fluss abgeschnitten/geerntet
23. Mango-Baum
24. Siedlung im Val da Paul
25. Bergstrasse von Ribera Grande nach Porto Novo
26. Konstruktion der Bergstrasse an kritischen Stellen
27. Streckenabschnitte der Überquerung von CV (Cabo Verde) nach SL (Saint Lucia)
28. “restart” in Mindelo (21. Nov.)
29. … und vorbei am Ilheu dos Passaraos
30. Trimaran “Minimole” mit Turbostart
31. Monohull: Schmetterling mit ausgebauter Genua und Bullenstander am Gross
32. Passatwind-Segeln vom Feinsten mit Wingaker
33. Früchte und Gemüse
34. Wingaker-Schot im Propeller vertörnt
35. Yes! – Matt hat das Wingaker-Schot befreit
36. Champagner zur “half-time” …
37. … also Flaggenwechsel: Saint Lucia – wir kommen!
38. einer der kulinarischen Höhepunkte
39. der Musik, den Hörbüchern und eigenen Gedanken nachhängen
40. tägliches Crew-Meeting mit “Song of the day”
41. in den Sonnenuntergang segeln
42. Bergen des Wingakers
43. passende Segel-Literatur
44. Navigieren für die Ankunft in der Karibik
45. Saint Lucia: Ziellinie in der Rodney Bay
46. obligates Crewfötteli:-)
47. typisch karibisches Empfangsgeschenk
48. Auswertung Positionsrapport
49. SIRENA wird nach der Überquerung gereinigt und auf Hochglanz poliert
50. ARC-Inselrundfahrt im Norden mit Blick auf die wilde Ostküste von Saint Lucia